Moderne Makrobiotik

Alblinsen – eine spannende Geschichte

Posted on: 6. Februar 2014

Alblinsentrilogie

Vorgestern habe ich Alb-Linsen im Makrobiotik-Shop bestellt: Alblinsentrilogie.

Die Geschichte der wieder entdeckten Alblinse ist wirklich spannend:

Die Hülsenfrucht Linse ist ja eine sehr alte Kulturpflanze. Als biblisches Gericht (Esau) so bekannt wie als Arme-Leute-Essen sind Linsen mit Spätzle die schwäbische Nationalspeise.  Doch erhältlich waren nur noch importierte Linsen aus Amerika, der Türkei oder Indien.

Bis Woldemar Mammel, ein schwäbischer Bioland-Bauer, und Freunde eines Tages beschlossen, es müssen wieder Linsen auf der schwäbischen Alb angebaut werden! „Ökologisch erzeugte Linsen als Bereicherung unserer Fruchtfolge und unserer Landschaft.“ So Bauer Mammel.

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Doch bei den Saatguthändlern waren Alblinsen nicht mehr zu finden. Mammel und Freunde forschten und suchten überall. Vergeblich. Nicht einmal in den alten Scheunen, in denen einst Linsenstroh gelagert wurde, konnte Bauer Mammel nach den alten Sorten fündig werden. Und das Bundessortenregister hatte die alten Linsensorten nicht archiviert. 

So blieb den Bauern nichts anderes übrig, als italienische und französische Sorten anzubauen. Und die Nachfrage stieg. In den Bioläden zwischen Bodensee und Stuttgart erlangten die wieder auf der Alb angebauten Linsen Kult-Charakter, auch wenn es nicht die originalen Sorten waren.

Doch die Forschung nach dem Verbleib der original schwäbischen Alblinsen sollte nicht mehr ruhen. Eines Tages traf der Hinweis ein, dass es möglicherweise in Russland noch die schwäbischen Linsen geben könnte.

Der Botaniker und Genetiker Nikolaj Wawilow (1887-1943) hatte auf seinen Forschungsreisen Kulturpflanzen auf der ganzen Welt gesammelt und mit ihnen eine Genbank angelegt. Er fiel der Diktatur Stalins zum Opfer, doch Wissenschaftler kümmerten sich um seinen Nachlass. In jenem Sankt Petersburger Wawilow-Institut verzeichnete man die Aufnahme der schwäbischen Originalsorten Anfang der 60er Jahre, als St. Petersburg noch Leningrad hieß.  Mehr als 2300 Linsen wurden archiviert.

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Bauer Mammel reiste nach St. Petersburg und nahm das Saatgut in Empfang. Heute ist er nur noch besorgt, dass das Institut kaum über finanzielle Mittel verfügt. Es gibt nicht einmal genug Kühlschränke zum Konservieren der Samen.

Die Schwaben aber sind glücklich: sie können wieder original schwäbische Linsen mit Spätzle essen.

Ich werde mein Päckchen Alblinsen bald ausprobieren und davon berichten.

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3 Antworten to "Alblinsen – eine spannende Geschichte"

Hallo, gut,  dass  die Linsen  jetzt auch verschickt  sind. Ich wünsche  Ihnen viele  Leser für diesen  Beitrag.   Mit freundlichen  Grüßen   Martin  Korzer      

[…] Alblinsen – eine spannende Geschichte […]

Herzlichen Dank,liebe Ika fr diesen wunderbaren Artikel. Gre von Ursel.

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