Moderne Makrobiotik

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Als ich vor acht  Jahren in Sizilien bei einem Bio-Bauern Ferien machte, habe ich verstanden, was die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit dem Eu-Bio-Siegel bedeutet. Der wirklich nette Bauer zeigte mir nämlich seine Zitronenhaine. Über viele Hektar dehnten sich seine konventionell angebauten Zitronenbäumchen aus, unkrautfrei in Reih und Glied. Er deutete mit dem Arm leicht nach links und zeigte auf drei Reihen Zitronenhain, die sich in nichts von den konventionell angebauten unterschieden und räumlich so nah waren, dass sie einer indirekten „Spritztour“ mit Chemikalien kaum entgehen konnten. „Und da“, sprach er mit Stolz, “ da sind meine Bio-Zitronen!“ Ein hübscher Zusatzverdienst für den netten Bio-Bauern, dachte ich. Tatsächlich ist es noch viel schlimmer.

Nicht nur, dass Eu-Bio-Lebensmittel gerade einmal den Mindeststandard im biologischen Anbau erfüllen, was Pestizide, Antibiotika und ähnliche Sachen betrifft, Eu-Bio-Erzeuger scheuen sich auch nicht, Saatgut, das mit Hilfe der Cytoplasmenfusion hergestellt wird, zu verwenden, die sogenannten CMS-Hybride. Es handelt sich dabei um Methoden, die der Gentechnik mindestens sehr nahe stehen, ihr in manchen Fällen sogar zugerechnet werden müssen.

Anbauverbände wie Demeter, Bioland und Naturland haben ihren Gemüsebauern die Verwendung von CMS-Hybriden verboten, wenn sie Waren mit ihren Siegeln in den Handel bringen wollen. Die Eu-Öko-Verordnung (die m. E. in Wirklichkeit keine ist, sondern nur eine clevere Marketing-Strategie, oder was ist Öko an einer Nicht-Kreislauf-Wirtschaft?) erlaubt den Anbau mit CMS-Hybriden.

Um nicht Eu-Bio-Brokkoli oder anderes Gemüse aus CMS-Hybriden zu essen, empfiehlt es sich also, ausschließlich und bewußt Gemüse der Mitgliederverbände des deutschen BÖLW-Dachverbands: Demeter, Bioland, Naturland zu kaufen. Am allerliebsten kaufe ich auf dem Markt – bei den Demeter-Bauern aus dem Umland.

Näheres zur Cytoplasmenfusion unter:

http://orgprints.org/13319/1/ÖL_138_wilbois.pdf

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LichtkornroggenEs gibt eine erste biologisch-dynamisch gezüchtete Getreidesorte, den Lichtkornroggen.

Ökologische Züchtung ist eine Notwendigkeit. 75 % des weltweiten Saatguthandels werden von zehn Konzernen mit Hilfe von Patenten, Gentechnik und Hybriden kontrolliert. Außerdem benötigt der Ökolandbau Getreide- und Gemüsesorten, die seiner nachhaltigen Wirtschaftsweise angepasst sind. Biozüchter leisten hier Pionierarbeit. Inzwischen gibt es 30 Getreide- und 50 Gemüsesorten, die ökologisch gezüchtet wurden. Die Entwicklung einer neuen Sorte dauert bis zu zehn Jahre und kostet über 600.000 €.

Der Saatgutfond unterstützt Initiativen zur ökologischen Getreide- und Gemüsezüchtung. Informationen findest Du hier.

Lichtkornroggen ist als Mehl in Demeterqualität erhältlich und läßt sich sehr gut zu Sauerteigbrot oder -brötchen, Pfannkuchen, Bratlingen und vielem mehr verarbeiten…

Masanobu Fukuoka, der Erfinder der Tunix-Landwirtschaft, hat auch die Seed-Bombs erfunden. Mit ihnen begann das Guerilla Gardening. Der Waschbär-Umweltversand hat nun die kleinen Lehmkugeln als Blumensaatkugeln im Angebot für 1 € pro Kugel:

„Sonnenblumen, Ringelblumen, Jungfer im Grünen und viele bunte Sommerblumen stecken in dieser kleinen Saatkugel! Einfach auf Erde legen (nicht eingraben) und feucht halten. Bald sprießen die ersten Keimlinge und im Sommer blühen die schönsten Blumen! Funktioniert auch auf tristem Stadtgrün – falls Sie „zufällig“ einmal unterwegs Kugeln verlieren sollten. Kugel Ø ca. 2 cm, enthält 20 bis 30 Samenkörner aus k. b. Anbau.
Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen!“ Waschbär-Umweltversand

Blumensaatkugel

Logo: Good Food March

Seit August ist der  Good Food March 2012 europaweit unterwegs – für eine faire und nachhaltige Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik. Am 19. September 2012 wird er in Brüssel ankommen und bei den Entscheidungen zur EU-Agrarpolitik mitreden wollen. Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments stimmt dann über seine Position zur Agrarreform ab. 

Eine mobile Küche versorgt die RadlerInnen unterwegs mit gutem Essen, gekocht wird mit Lebensmittelspenden und ungenormten Gemüse. Die ganze Tour kann über das Internet verfolgt werden.

Am Good Food March kann sich jede/r beteiligen – auch wenn man selbst nicht mitfahren kann.

www.goodfoodmarch.eu

Foto: Moderne Makrobiotik

Der japanische Mikrobiologe, Wissensschaftler und Bauer Masanobu Fukuoka (1913-2008) erfand die Methode der „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ und ging damit einen vollkommen neuen Weg: über 50 Jahre lang praktizierte er eine Landwirtschaft ohne Kunstdünger und ohne Unkrautbekämpfung. Er tat so wenig wie möglich und verzichtete auf unnötige Anstrengungen, hielt Kosten und Techniken niedrig und steigerte dennoch seinen Ertrag. All dies, indem er einfach die Natur beobachtete, statt in sie einzugreifen. Fünf wichtige Prinzipien leiteten ihn: kein Pflügen, kein Düngen, keine Pestizide, kein Unkrautjäten und kein Beschneiden der Bäume. In seinem Buch „Rückkehr zur Natur – Philosophie des natürlichen Anbaus„, Darmstadt, 1987, 2. Auflage 1998 legte er seine Philosophie dar. Sie wurde letztlich die Grundlage des Guerilla-Gardenings und der Methode der Permakultur.

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In Zeiten von Gentechnik und Saatgutpatenten ist die Arbeit biologisch-dynamisch wirtschaftender Gärtner und Bauern von unschätzbarem Wert. Die Demeter-Gärtnerei Obergrashof in Bayern erhielt Ende Januar für ihre „innovative gesamtbetriebliche Konzeption“ den diesjährigen Förderpreis Ökologischer Landbau des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Der Betrieb baut auf 55 Hektar Gemüse an mit eigenem Saatgut. Julian Jacobs, einer der Gärtner sagt: “ Nur wenn es uns gelingt, eigene Sorten für den ökologischen Landbau zu entwickeln, können wir letztlich auch die beste Qualität der Nahrungsmittel garantieren.“ Bisher bauen viele ökologisch wirtschaftende Betriebe mit konventionellem Saatgut an.

Der Obergrashof ist Mitglied des Demeter e.V. Sein Preis ist der 15. des Verbandes. Das Saatgut ist bei der Bingener Saatgut AG www.oekoseeds.de erhältlich.


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Moderne Makrobiotik – Desserts neu ab 15. Oktober 2017

Buch „Desserts“

Am 15. Oktober 2017 erschien mein neues Buch „Moderne Makrobiotik – Desserts“.

Preis: 23,80 € + 3 € Porto.

Bestellung:
modernemakrobiotik@gmx.de

Eine einfache Mail genügt. Ich schicke dann eine Rechnung. Sobald der Rechnungsbetrag eingegangen ist, erhältst Du Dein Exemplar per Post!

 

Moderne Makrobiotik – Vegane Rezepte aus dem Wohnzimmerrestaurant – leider vergriffen – als Ebook erhältlich

Buch „Moderne Makrobiotik“

Preis: € 26,80 + Porto
Leider seit Juli 2016 vergriffen!
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Ab Oktober 2016 ist mein Ebook "Moderne Makrobiotik" bei neobooks erhältlich - mit identischem Inhalt wie in der Printausgabe, weniger Fotos (aus technischen Gründen) und Ebook-typisch ohne Lay-out, jedoch mit aktualisiertem Adressenteil und zum wesentlich geringerem Preis von € 15,99! Nähere Informationen:
modernemakrobiotik@gmx.de oder unter "Buchbestellung"

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Das Buch enthält über 50 vegane Rezepte
aus meinem "Wohnzimmerrestaurant"
mit vielen farbigen Fotos,
ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen
der makrobiotischen Küche
sowie ein Stichwort-, Literatur-
und Adressenverzeichnis.
Es gibt einen Anhang zur Körperpflege
und eine persönliche Einleitung der Autorin.
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Moderne Makrobiotik

ModerneMakrobiotik bloggt über Wissenswertes aus dem Bereich Makrobiotik und lädt in Berlin unkommerziell ins makrobiotische "Wohnzimmerrestaurant" und zu Kochkursen ein - als privater Supper Club und aus purer Begeisterung!

Bist Du an makrobiotischem Essen interessiert?
Möchtest Du gern auf die Einladungsliste gesetzt werden oder nähere Informationen erhalten?
Dann schreibe an: modernemakrobiotik@gmx.de

Unsere Einladungen ins Wohnzimmerrestaurant sind privat und werden von uns nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail ausgesprochen. Wir bieten kein Restaurant und auch keinen Mittagstisch an.

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